Wieder Bombenalarm in Belfast / Massenevakuierungen

Nach einer Bombenwarnung wurden gestern Nacht in Belfast über 500 Personen aus ihren Häusern evakuiert. Die Polizei sprach von einer groß angelegten und komplexen Operation in dem Gebiet in Nord Belfast. Nachdem Montagnacht mehrere Schüsse in der Gegend abgefeuert wurden, kam es dann in der darauffolgenden Nacht zu einer Bombenwarnung. Die Polizei begründete die Maßnahme damit, dass man die Häuser nicht nur zum Schutz der Anwohner evakuieren müsse, sondern auch um sicher zu gehen, dass die Polizisten nicht in Sprengfallen oder den Hinterhalt der IRA geraten. Ein verdächtiges Objekt wurde von der Polizei kontrolliert gesprengt. Die Operation der Polizei dauert noch an.
Auch in Lurgan kam es zur Evakuierung von mehreren Häusern, nachdem es eine Bombenwarnung gegeben hatte. Die vermeindliche Bombe stellte sich jedoch als Attrappe raus.

Loyalistischer Terror

Am vergangenen Montag haben vermutlich loyalistische Paramilitärs einen kleinen Sprengkörper vor einem Sportklub in einem irischen Viertel von Belfast platziert. Die Polizei konnte den Sprengsatz jedoch sprengen, verletzt wurde niemand.


Autobombe vor Gericht in Derry

Die IRA hat sich mittlerweile zu einer am Sonntag in Derry platzierten Autobombe bekannt. Die 50kg Bombe wurde in einem gestohlenem Wagen vor dem Gerichtsgebäude platziert. Laut Zeitungsberichten wurden die Anwohner vorher von den Aktivisten der IRA gewarnt und aufgefordert ihre Häuser zu verlassen. Da die Bombe jedoch nicht zündete, wurde sie später von der Polizei kontrolliert gesprengt.

Waffenfund

Im irischen County Leitrim wurde gestern auf einem Feld ein selbstgebauter Granatwerfer sowie Munition gefunden. Die irische Armee stellte die Waffen sicher. Ob es sich um ein Versteck oder um ein IRA-Trainingsgelände handelt ist bisher nicht klar.

Skandal im Gefängnis

Die Polizei ermittelt momentan in einem skandalösen Fall im Maghaberry-Gefängnis . Ein Wärter wird beschuldigt in einer Zelle im irische-republikanischen Gefängnistrakt Notizen mit persönlichen Daten eines Gouverneurs versteckt zu haben, mit dem Ziel die Gefangenen zu diskreditieren. Vor rund 2 Wochen hatte die IRA erklärt persönliche Informationen über Wärter bis in die Führungsriege des Gefängnisses zu haben und diese als potenzielle Ziele zu betrachten.

Nordirische Polizei unterstützt irische Polizei

Im Rahmen der Proteste gegen den anstehenden Queen-Besuch der Republik Irland werden die irische und nordirische Polizei zusammenarbeiten. In der größten Polizeiaktion des Landes wird irische Armee und nun auch die nordirische Polizei alles dafür tun um die Queen zu beschützen. Aufgrund der Tatsache, dass sich gerade viel Protest und Widerstand im Norden der Insel formieren wird, werden beide Länder auf polizeilicher Ebene im Hinblick auf den Besuch zusammenarbeiten, ähnlich wie der Bekämpfung der IRA.

50/50 wurde nicht erreicht

Nachdem im Zuge des Karfreitagsabkommens die ehemalige königlich(britische)Polizeibehörde in Nordirland aufgelöst wurde und durch die derzeitige nordirische Polizei (P.S.N.I. – Police Service of Northern Ireland) ersetzt wurde, konnte das im Jahr 2000 festgelegte Ziel, eine ethnisch ausgewogene Polizei zu schaffen nicht erreicht werden. Das 50% der Polizeibeamten katholisch und 50% Protestanten sein sollten, war das ursprüngliche Ziel. Mittlerweile räumt die Polizei aber ein dass mit knapp 30% katholischer Polizeibeamter ein Spitzenwert erreicht sei. In der der damaligen RUC waren nur knapp 8% der Beamten aus katholischen Vierteln.
Man werde aber alles tun um weiterhin Teile der katholischen Bevölkerungsschichten zum Polizeidienst zu animieren.
Im Übrigen werden Nordirlands Polizisten nun 30 Minuten länger als sonst arbeiten müssen. Da die Polizei der Überzeugung sei noch zu wenige präsent auf den Straßen zu sein, soll mit dieser Extrazeit mehr Streifen geschaffen werden.