Archiv der Kategorie 'News'

Ausschreitungen in Belfast rund um den 12. Juli

In Belfast kam es in den vergangenen zwei Nächten und am heutigen Tage zu schweren Ausschreitungen. Wie in den Jahren davor kam es zu gewaltätigen Auseinandersetzungen zwischen irisch-katholischen Jugendlichen und der Polizei anlässlich der Orange Order Paraden am 12. Juli.
In der Nacht zum Mittwoch kam es an mehreren Stellen von West-Belfast zu Ausschreitungen, bei denen 22 Polizisten verletzt wurden. Die Polizei wurde mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern beworfen, mehrere Autos wurden in Brand gesetzt.
Schon in den vergangenen Jahren war es Anlässlich der Oranje-Aufmärsche immer wieder vor und nach dem 12. Juli zu Ausschreitungen gekommen.
Grund dafür ist ist der jährlich stattfindende Aufmarsch britischer Loyalisten durch irische Viertel, der immer wieder zu Widerstand und Protest führt. Nachdem im vergangenen Jahr eine friedliche Sitzblockade der Anwohner gegen diese rassistische Veranstaltung von der Polizei brutal aufgelöst wurde eskalierte die Situation und es kam in den nächsten 3 Tagen zu schweren Ausschreitungen.
Auch dieses Mal wurde der Marsch trotz des friedlichen Protestes der Anwohner durch das Viertel geleitet, was im Anschluss zu schweren Ausschreitungen führte. Mehrere Polizisten wurden schwer veletzt, unter anderem durch Molotovcocktails.

loyalistische UVF greift irisches Viertel an

In Belfast kam es in der Nacht zum Dienstag und zum Mittwoch zu einer der schwersten Straßenschlachten der vergangenen Jahre. Mit einem, auf mehrere hundert Personen anwachsenden Mob, haben protestantisch-unionistische Paramilitärs der „UVF“ (Ulster Volunteer Force“) mit Steinen, Sprengsätzen und Molotovcocktails in Ost-Belfast die irisch-katholische Enklave „Short Strand“ in einer organisierten und geplanten Aktion angegriffen. Dabei wurden mehrere Menschen, u.a. durch Schüsse verletzt. Die Polizei griff nur bedingt ein, so dass die Bewohner zum Teil auf sich allein gestellt waren um den Angriff zurückzuschlagen.

Ein Artikel von irish-solidarity.net:

Die vergangenen Nächte sahen die größten Zusammenstöße in Belfast seit mehr als 15 Jahren. Mitglieder der loyalistischen UVF griffen die kleine, irisch-nationalistische Enklave in Ost-Belfast an. Mehrere Personen wurden teilweise schwer verletzt, ein Katholik liegt seither im Koma, ein Pressefotograf wurde angeschossen. Mehrere Familien wurden aus ihren Häusern vertrieben, Republikaner und Nationalisten aus ganz Belfast konnten das Gebiet allerdings verteidigen.
Belfast – In der Nacht von Montag auf Dienstag attackierten hunderte pro-britische Loyalisten die kleine, irisch-nationalistische Enklave Short Strand im Osten Belfasts. Zwei Nächte lieferten sich britische Polizei, Loyalisten, Republikaner und die Einwohner von Short Strand blutige Straßenschlachten bis das Gebiet von der Bevölkerung gegen die loyalistischen Schlägertrupps verteidigt werden konnte.

Die militärische Invasion war von der loyalistischen Organisation UVF geplant und organisiert. Hunderte vermummte und teilweise uniformierte Loyalisten griffen von Katholiken bewohnte Häuser und öffentliche Einrichtungen an. Die Paramilitärs waren gut organisiert und hatten mit sich Laser, um Polizei und Nationalisten zu blenden. Mehrere Personen mussten mit Augenverletzungen in den Krankenhäusern behandelt werden.

Neben Wohnhäusern wurde von den Loyalisten auch versucht die katholische St. Matthews Kirche in Brand zu setzen. Ein großer Teil der Loyalisten war mit Rohr- und Brandbomben bewaffnet und trug teilweise militärische Uniformen. Steine, Golfbälle, Molotow-Cocktails und Pflastersteine wurden über Straßensperren in das nationalistische Viertel geworfen. Dabei wurde ein Katholik von einem Betonblock getroffen, er liegt seither im Koma.

Die britische Polizei PSNI versuchte kaum, die Loyalisten vom Angriff auf das nationalistische Viertel abzuhalten. Stattdessen wurde das Gebiet lediglich großräumig abgesperrt.

In der zweiten Nacht wurden während der Zusammenstöße mehrere Schüsse abgegeben. Ein Fotograf der Associated Press wurde dabei am Fuß getroffen. Wer die Schüsse abgegeben hat, ist bisher unklar. Die Einwohner von Short Strand berichteten, die Schüsse kamen von der loyalistischen Seite. Es wurde jedoch eine 22-jährige Republikanerin als Verdächtige festgenommen. Aus militanten republikanischen Kreisen wurde aber betont, Republikaner für die Schüsse verantwortlich zu machen diene einzig der „pro-britischen, anti-republikanischen Propaganda“.

Polizeiautos wurde genauso wie Gebäude angezündet. Mehrere katholische Bewohner, vor allem Pensionisten, mussten aus ihren Häusern fliehen.

Die Bevölkerung hatte sich während des Tages gegen einen erneuerten Angriff organisiert. Mehrere Republikaner verschiedener Organisationen kamen in das Gebiet. Es wurden Straßensperren errichtet, und Kanister Wasser und Sand vorbereitet, um im Notfall Brände rasch löschen zu können.

Bei den schweren Ausschreitungen der zweiten Nacht wurden mehrere Katholiken durch Brandsätze verletzt. Zwei Loyalisten erlitten Schussverletzungen an ihren Füßen. Die Polizei setzte Gummigeschoße nahezu ausschließlich gegen die nationalistischen Verteidiger von Short Strand ein.

In der Nacht auf Donnerstag konnte sich die Lage wieder beruhigen. Tausende Personen versammelten sich an den Interfaces in Ost-Belfast. Trotz der angespannten Situation blieb die Lage aber relativ ruhig und gegen 1 Uhr Nachts lösten sich die Gruppen auf.

Ein Journalist der BBC, Mark Simpson, spielte die Belagerung herunter und sprach von einem „mini riot“. Die Bewohner von Short Strand waren entsetzt, diese Äußerungen zu hören, nachdem ihre Häuser und Vorgärten mit Pflastersteinen, Farbbeuteln und anderen Wurfgeschossen übersät wurden. Als mehrere Details über die Zusammenstöße zu Tage kamen, änderte sich das Bild in den Medien aber rasch.

Short Strand ist eine kleine katholisch-nationalistische Enklave im überwiegend loyalistischen Teil von Ost-Belfast. Bei großen Zusammenstößen in dem Gebiet im Jahr 1970 wurde das Gebiet von Republikanern gegen loyalistische Paramilitärs verteidigt. Diese „Battle of St. Matthew’s“ gilt als die Geburtsstunde der Provisional IRA.

Der prominente Republikaner Billy McKee, ehemaliger Führer der Provisional IRA, sprach seine Solidarität mit der Bevölkerung von Short Strand aus. Er sei traurig, dass er aufgrund seines hohen Alters von 89 Jahren nicht mehr selbst in das Gebiet kommen kann um die Bevölkerung gegen die loyalistischen Angriffe zu verteidigen.

Für die Regierungen in London und Dublin waren die plötzlichen Ausschreitungen ein Schock. Es wird erwartet, dass sich die Lage im Zuge der beginnenden marching season noch weiter verschärfen wird. Bereits vergangene Woche wurden bei Zusammenstößen im Zuge eines loyalistischen Aufmarschs in Nord-Belfast 14 Polizeibeamte verletzt.

Fergal Moore, der Vize-Präsident von Republican Sinn Féin, verurteilte den loyalistischen Angriff. Er gratulierte der Bevölkerung zur erfolgreichen Verteidigung ihres Wohngebiets. „Diese Szenen sind uns aus den sechs besetzten Grafschaften nur allzu gut bekannt, denn dieses Sektierertum ist das Fundament des politischen Systems in Stormont.“

Machtkampf innerhalb UVF?

Der Polizeisprecher Alistair Finlay erklärte: „Die UVF in Ost-Belfast hat diese Ausschreitungen begonnen. Daran gibt es keinen Zweifel.“

Von einem Augenzeugen wurden berichtet: „Das waren nicht einfach Zusammenstöße an den Interfaces. Das war ein von Loyalisten organisiertes Pogrom um die Katholiken aus Ost-Belfast zu vertreiben.“

Bereits in den vorangegangenen Tagen, waren uniformierte Loyalisten bei Übungen und Exerzieren in Ost-Belfast beobachtet worden.

Kenner der loyalistischen Szene vermuteten, dass der Führer der UVF in Ost-Belfast, bekannt unter dem Namen „Beast in the East“, hinter den Ausschreitungen steht. Es dürfte sich hierbei um einen Machtkonflikt innerhalb der UVF handeln. Die Organisation ist seit der Ermordung des führenden Loyalisten Bobby Moffet auf offener Straße durch Mitglieder der UVF im Sommer 2009 in einer schweren internen Krise. Bei den letzten Wahlen verlor ihr politischer Arm PUP die letzten Repräsentanten im Abgeordnetenhaus Stormont. Seither hat der militante Loyalismus keine gewählten politischen Vertreter auf überregionaler Ebene.

Zusammenstöße in anderen Stadtteilen

Zu kleineren Ausschreitungen kam es am Montag auch in West Belfast, als Loyalisten von der Shankill Road nationalistische Häuser nahe der Springfield Road angriffen. Auch in der zweiten Nacht kam es bei zwei weiteren Interfaces in Belfast zu Zusammenstößen.

In den frühen Morgenstunden des Dienstag wurden britische Polizeibeamte nahe dem Kennedy Einkaufszentrum in Andersonstown, West-Belfast, mit einem Sprengstoff beworfen. Verletzt wurde dabei niemand.

Artikel der TAZ zu den Vorfällen

Stellungnahme des Belfaster Bürgermeisters (Sinn Fein)

Oster-Nachricht der Real IRA

Osterparaden

Die „Real IRA“(RIRA) hat auf dem jährlich stattfindenden Oster-Gedenkmarsch des 32 County Sovereignty Movement in Derry in einem Statement
weitere Anschläge auf Polizisten angekündigt. Ein vermummter Sprecher der Gruppierung kündigte vor mehreren hundert Zuschauern eine Fortsetzung des bewaffneten Kampfes an und erklärte weiterhin, vor dem Hintergrund der geplanten Hochzeit des Prinzen und des anstehenden Besuches der Queen in Irland, die Mitglieder des britischen Königshauses seien legitime Ziele der IRA als Repräsentanten der britischen Unterdrückung des irischen Volkes.
Ein Artikel von Spiegel online mit Hintergründen.

Video der Real-IRA Parade und Rede:

Loyalisten verschicken weiter Briefbomben

Eine Briefbombe, abgeschickt von loyalistischen Paramilitärs, wurde in Belfast entschärft. Die Bombe war an das Büro von „Cairde na hÉireann“, eine Sinn Fein unterstützende Gruppe in Schottland geschickt worden, jedoch aufgrund der falschen Adressangaben wieder zurück nach Nordirland geschickt worden und wurde dann in einem Postbüro in Belfast als Paketbombe entdeckt. In der letzten Zeit wurden mehrere Briefbomben von Loyalisten an, in ihren Augen irisch-republikanische Repräsentanten verschickt, u.a. Celtic-Trainer Neil Lennon.

Polizei kann Bombe nicht finden

Als am 07.Mai. 2008 3 Bombenwarnungen durch IRA-Splittergruppen bei der Polizei eingingen (u.a. mit detailierter Angabe von Automarke und -Art) konnte die Polizei die Bombe am Belfaster Flughafen offenbar nicht finden. Nachdem Polizei und Flughafenpolizei das Gelände erfolglos abgesucht haben, wurde von einem Fehlalarm ausgegangen. Nach über 900 Tagen entdeckte man dann die Bombe doch rein zufällig im Oktober 2010, welche nicht jedoch zündete aufgrund eines fehlerhaften Timers.
Glück hatten dann wohl die in der Zwischenzeit 10 Millionen Nutzer des Flughafens inklusive George W. Bush.

IRA tötet Polizisten

Im nordirischen Omagh im County Tyrone wurde gestern Nachmittag ein 25jähriger Polizist nach der Explosion einer Bombe unter seinem Auto getötet. Die Bombe explodierte, als der katholische Beamte gegen 16 Uhr zur Arbeit fahren wollte. Es ist seit 2 Jahren der erste angehörige britischer/nordirische Sicherheitskräfte, der durch die IRA getötet wurde. Zuletzt wurden im März 2009 2 britische Soldaten vor einer Kaserne in Belfast durch die IRA erschossen.
Der gestrige Anschlag auf den katholischen Polizisten, welche vor kurzem seine Ausbildung beendet hat, passt in der Muster der IRA-Splittergruppen, welche schon längerer Zeit die irisch-katholische Bevölkerung aufgefordert haben die Polizei weder zu unterstützen, noch ihr beizutreten, da diese ein Teil der britischen Besatzung und Unterdrückung sei. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Anschlägen dieser Art. Bisher hat die IRA jedoch noch keine Erklärung zum Anschlag veröffentlicht.
Vertreter aller nordirischen Parteien, inklusive Sinn Fein sowie die Präsidentin der Republik Irland distanzierten sich ausdrücklich vom Anschlag und sprachen der Familie des Opfers ihr Mitgefühl aus.
Mittlerweile ermittelt die Polizei mit Hochdruck gegen die Attentäter.

Wieder Bombenalarm in Belfast / Massenevakuierungen

Nach einer Bombenwarnung wurden gestern Nacht in Belfast über 500 Personen aus ihren Häusern evakuiert. Die Polizei sprach von einer groß angelegten und komplexen Operation in dem Gebiet in Nord Belfast. Nachdem Montagnacht mehrere Schüsse in der Gegend abgefeuert wurden, kam es dann in der darauffolgenden Nacht zu einer Bombenwarnung. Die Polizei begründete die Maßnahme damit, dass man die Häuser nicht nur zum Schutz der Anwohner evakuieren müsse, sondern auch um sicher zu gehen, dass die Polizisten nicht in Sprengfallen oder den Hinterhalt der IRA geraten. Ein verdächtiges Objekt wurde von der Polizei kontrolliert gesprengt. Die Operation der Polizei dauert noch an.
Auch in Lurgan kam es zur Evakuierung von mehreren Häusern, nachdem es eine Bombenwarnung gegeben hatte. Die vermeindliche Bombe stellte sich jedoch als Attrappe raus.

Loyalistischer Terror

Am vergangenen Montag haben vermutlich loyalistische Paramilitärs einen kleinen Sprengkörper vor einem Sportklub in einem irischen Viertel von Belfast platziert. Die Polizei konnte den Sprengsatz jedoch sprengen, verletzt wurde niemand.


Autobombe vor Gericht in Derry

Die IRA hat sich mittlerweile zu einer am Sonntag in Derry platzierten Autobombe bekannt. Die 50kg Bombe wurde in einem gestohlenem Wagen vor dem Gerichtsgebäude platziert. Laut Zeitungsberichten wurden die Anwohner vorher von den Aktivisten der IRA gewarnt und aufgefordert ihre Häuser zu verlassen. Da die Bombe jedoch nicht zündete, wurde sie später von der Polizei kontrolliert gesprengt.

Waffenfund

Im irischen County Leitrim wurde gestern auf einem Feld ein selbstgebauter Granatwerfer sowie Munition gefunden. Die irische Armee stellte die Waffen sicher. Ob es sich um ein Versteck oder um ein IRA-Trainingsgelände handelt ist bisher nicht klar.

Skandal im Gefängnis

Die Polizei ermittelt momentan in einem skandalösen Fall im Maghaberry-Gefängnis . Ein Wärter wird beschuldigt in einer Zelle im irische-republikanischen Gefängnistrakt Notizen mit persönlichen Daten eines Gouverneurs versteckt zu haben, mit dem Ziel die Gefangenen zu diskreditieren. Vor rund 2 Wochen hatte die IRA erklärt persönliche Informationen über Wärter bis in die Führungsriege des Gefängnisses zu haben und diese als potenzielle Ziele zu betrachten.

Nordirische Polizei unterstützt irische Polizei

Im Rahmen der Proteste gegen den anstehenden Queen-Besuch der Republik Irland werden die irische und nordirische Polizei zusammenarbeiten. In der größten Polizeiaktion des Landes wird irische Armee und nun auch die nordirische Polizei alles dafür tun um die Queen zu beschützen. Aufgrund der Tatsache, dass sich gerade viel Protest und Widerstand im Norden der Insel formieren wird, werden beide Länder auf polizeilicher Ebene im Hinblick auf den Besuch zusammenarbeiten, ähnlich wie der Bekämpfung der IRA.

50/50 wurde nicht erreicht

Nachdem im Zuge des Karfreitagsabkommens die ehemalige königlich(britische)Polizeibehörde in Nordirland aufgelöst wurde und durch die derzeitige nordirische Polizei (P.S.N.I. – Police Service of Northern Ireland) ersetzt wurde, konnte das im Jahr 2000 festgelegte Ziel, eine ethnisch ausgewogene Polizei zu schaffen nicht erreicht werden. Das 50% der Polizeibeamten katholisch und 50% Protestanten sein sollten, war das ursprüngliche Ziel. Mittlerweile räumt die Polizei aber ein dass mit knapp 30% katholischer Polizeibeamter ein Spitzenwert erreicht sei. In der der damaligen RUC waren nur knapp 8% der Beamten aus katholischen Vierteln.
Man werde aber alles tun um weiterhin Teile der katholischen Bevölkerungsschichten zum Polizeidienst zu animieren.
Im Übrigen werden Nordirlands Polizisten nun 30 Minuten länger als sonst arbeiten müssen. Da die Polizei der Überzeugung sei noch zu wenige präsent auf den Straßen zu sein, soll mit dieser Extrazeit mehr Streifen geschaffen werden.

IRA-Warnung und Proteste

IRA warnt Gefängnisaufseher:

Fast ein Jahr ist es her, seitdem die irisch-republikanischen Gefangenen im nordirischen Maghaberry-Gefägnis revoltierten um sich gegen die unmenschlichen Haftbedingungen zu wehren. Damals zerstörten sie ihre Zellen, verbarrikadierten sich im Speisesaal, es folgten Angriffe auf Wärter mit Exkrementen und teilweise wurde auch ein „Waschverweigerungs-Protest“ durchgeführt. Grund dafür waren u.a. (sexuelle) Misshandlungen der Gefängnisinsassen durch die Wärter, Durchsuchungen der Zellen und Insassen (sowie deren Besucher/innen), bei welchen diese sich komplett nackt ausziehen mussten sowie keine freie Bewegungsmöglichkeit im irisch-republikanischen Trakt des Gefängnisses. Sechs Monate nach Beginn der Revolte sicherte die Gefängnisleitung die Erfüllung der Forderungen zu. Da es jedoch nach wie vor Misshandlungen und Nacktdurchsuchungen gibt, hat die IRA nun deutlich gemacht, dass bei weiteren Nötigungen dieser Art gehandelt und dabei bewiesen werden wird, dass von vielen Wärtern, bis hin zu den oberen Rängen Details (Namen, Adressen, etc.) bekannt sind, so ein Sprecher der IRA. Im Roe House-Flügel des Gefägnisse sitzen ungefähr 30 Personen der IRA-Fraktionen sowie der INLA (Irish National Liberation Army) langjährige Haftstrafen ab. Vor mehreren Tagen haben sich 3 Gefangene aus diesem Flügel in einen anderen Flügel verlegen lassen, weil sie die Taktik des zukünftigen Protestes kritisieren und für nicht tragbar halten. Dazu gehörte vermutlich auch die nun ausgesprochene Warnung der IRA militant gegen Wärter vorzugehen.
Bilder: Bevölkerung unterstützt Gefängnisinsassen

Proteste gegen brutale Hausdurchsuchung:

Nachdem die Polizei bei einem irisch-republikanischen Aktivisten zu Hause anrief und ihn aufforderte mit ihnen zu kooperieren, stürmte diese, nach seiner Weigerung dieses zu tun, sein Haus und verletzte den bereits schwer Erkrankten Mann erheblich. Nach der willkürlichen Hausdurchsuchung wurde der Mann durch Strangulationsversuche erheblich am Hals verletzt und trug mehrere gebrochene Rippen durch Schläge und Tritte davon und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Bilder: Spontankundgebung gegen Hausdurchsuchung

Proteste gegen Queen-Besuch:

Sinn Fein, die (nord)irische Linkspartei, spricht sich gegen Proteste gegen den kommenden Queen-Besuch in Irland aus. Ein Protest und besonders ein gewalttätiger Protest wären laut Parteiführung ein „großer Fehler“. Zwar würde Sinn Fein den Besuch der Queen für unangebracht halten, jedoch müsse man die Einladung durch die irische Regierung akzeptieren. Viele linke und irisch-republikanische Gruppen haben mittlerweile Proteste gegen den Queen-Besuch angekündigt. Im selben Atemzug erwähnte Martin McGuinness, Sinn Fein Politik er und stellvertretender Erster Minister Nordirlands, dass sog. Dissidentengruppierungen (Real- und Continuity IRA) es nicht schaffen werden Nordirland aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Alarm in Westbelfast:

In Belfast mussten heute wieder mehrere Häuser evakuiert werden, nachdem ein verdächtiges Paket auf der Straße gefunden wurde. Polizei und Armee sperrten das Gebiet um den Ardmoulin Platz ab und Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. In Belfast und Nordirland kommt es immer wieder zu „Sicherheitsalarmen“ nach derartigen Bombenartrappen. Politiker aller Parteien kritisieren Vorgänge dieser Art als „inakzeptabel“ und von der Bevölkerung verurteilt.

Veranstaltungshinweis:
TATORT-Kurdistan-Block auf der Newroz-Demo in Düsseldorf

Festnahmen nach IRA-Anschlag

Nach den Schüssen auf Polizisten in der nordirischen Stadt Derry kam es in den vergangenen Tagen zu mehreren Hausdurchsuchungen. Dabei wurden mehrere Personen festgenommen, welche mittlerweile jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt wurden.
Im selben Zusammenhang wurde der Sprecher des „32 County Sovereignty Movement“ festgenommen und ebenfalls wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Das „32 CSM“ gilt als politischer Arm der „Real IRA“ und veröffentlicht regelmäßig Erklärungen der IRA.
Oft werden nach Anschlägen oder Aktionen der IRA willkürliche Hausdurchsuchungen durchgeführt und Verdächtige stundenlang, ohne Begründung, in Polizeigewahrsam festgehalten, oft ohne brauchbare Ergebnisse zu liefern.

Fernsehbeitrag zum Anschlag

In Belfast wurde in der Nacht zum Mittwoch ein „verdächtiges Paket“ durch die Armee kontrolliert gesprengt. Mehrere Häuser mussten evakuiert werden. Die vermutete Bombe war an einem Laternenpfahl befestigt und stellte sich im Nachhinein als ungefährlich heraus. Derartige Attrappen dieser Art halten in Nordirland regelmäßig mehrmals im Monat Polizei und Armee in Bewegung. Es wird vermutet das diese Attrappen oftmals von der IRA benutzt werden um auf der einen Seite zu zeigen dass sie könnten wenn sie wollten, auf der anderen Seite jeder Zeit in der Lage zu sein zu agieren, egal wie hoch die Polizeipräsenz und die Repression ist.

Inzwischen regt sich erster Widerstand gegen den anstehenden Besuch der Queen in Irland dieses Jahr. Mehrere irisch-republikanische Gruppen rufen zu Protesten auf und planen unterschiedlichste Aktionen. In diesem Zusammenhang gab es bereits erste Hausdurchsuchung in Newry.

In Belfast ist es in der vergangenen Nacht zu Zusammenstößen zwischen loyalistischen und irischen Jugendlichen gekommen. Die Polizei wurde beim Eingreifen mit Steinen, Feuerwerk und Brandbomben angegriffen.

Waffenfund und Paketbombe

In einem Wald im County Antrim (nördlich von Belfast) hat die Polizei mehrere versteckte und funktionstüchtige Rohrbomben gefunden. Bei der Durchsuchung einesWaldstücks wurde außerdem zahlreiche Munition und pyrotechnisches Material sichergestellt. Die Ermittlungen laufen in Richtung IRA. Schon in den vergangenen Monaten wurden immer wieder Waldverstecke dieser Art von der Polizei und Sondereinheiten der British Army ausgehoben. Wie so oft wird meist zeitgleich erklärt, mit solchen Razzien würde man der IRA einen empfindlichen Schlag versetzen. Realistisch betrachtet kann jedoch das derzeitige Arsenal der Real- und Continuity IRA, sowie weiteren irisch-republikanischen Gruppierungen höchstens geschätzt werden.

Nach dem letzten „Old Firm“-Derby in Glasgow hat Neil Lennon, Celtic-Trainer und aufgrund seiner irischen Herkunft Hass-Symbol für alle Loyalisten und loyalistischen Rangers-Fans, wiederholt eine verdächtiges Paket zugesand bekommen. Die Paketbombe mit Sprengstoff wurde in einer Poststation aus dem Verkehr gezogen. Erst vor ein paar Tagen wurde ihm schon ein Brief mit scharfer Munition geschickt. Aufgrund der irischen Wurzeln von Celtic und der vorwiegend katholisch-irischen Anhängerschaft aus der Arbeiterklasse Glasgows, werden Fans und Mitglieder des Vereins „Celtic Fc“ oft Opfer von rassistischen und anti-irischen Bedrohungen, Angriffen und Morden durch Loyalisten und/oder durch loyalistische Rangersfans.

Die Queen plant für dieses Jahr den Besuch von Irland. Dies soll der erste offizielle Besuch der Republik durch ein Mitglied der britischen Krone werden und selbstverständlich hält sich die Freude im irisch-republikanischen Lager darüber in Grenzen. Zwar würde der Besuch zur Normalisierung der Beziehungen zwischen der Republik Irland und England beitragen und die Einladung der Königin durch die Republik müsse, trotz anderer Auffassung, akzeptiert werden, jedoch sei man in großer Sorge über das Verhalten der pro-britischen Unionisten und Loyalisten. Gerry Adams, Präsident von Sinn Fein und erst kürzlich gewählter Abgeordneter im irischen Parlament bereitet es zusätzlich Sorgen, dass dieser Besuch für viele Menschen im Land, welche jahrelang unter der Besatzung durch die Britten leiden mussten, nicht akzeptabel ist. Linke und irisch-republikanische Gruppen haben für den Queen-Besuch schon Widerstand angekündigt.

Unterdessen hat sich die IRA in Derry zu den Schüssen auf die Polizei bekannt. Dabei machte sie ausdrücklich klar dass bei dieser Aktion, anders als von Medien behauptet, keine Zivilisten gefährdet wurden. Die Volunteers der Einheit hätten gewartet bis alle Zivilisten den Anschlagsort verlassen hätten. Desweiteren wurde in der Erklärung die Bevölkerung angewiesen sich und ihre Kinder von allen Polizei- und Armeeeinheiten fern zu halten um Vorfälle dieser Art zu vermeiden.

Schüsse auf Polizisten

In der nordirischen Stadt Derry wurden Polizisten von bewaffneten Aktivisten der IRA angegriffen. Dabei wurde ein gestohlenes Auto benutzt um den Beamten des PSNI (Police Service of Northern Ireland) eine Falle zu stellen und diese damit anzulocken. Bei der Untersuchung des Autos kam es dann zu einem Schusswechsel, bei dem niemand verletzt wurde. „Belfast Telegraph“

In Derry werden anscheinend weitere sog. „Peacelines“ errichtet aufgrund der zunehmenden Gewalt an der Schnittstelle von loyalistischen und irischen Vierteln. In der Vergangenheit ist es wiederholt zu Ausschreitungen gekommen, oftmals nachdem loyalistische Jugendliche die irischen Viertel angegriffen haben.

In Belfast wurde ein katholische Kirche mit rassistischen, anti-irischen Parolen besprüht, nachdem in Schottland Celtic die Rangers aus dem Pokal geschossen hat. Loyalistische Paramilitärs nehmen Fußballspiele wiederholt zum Anlass für rassistische Aktionen, Angriffe und gezielte Morde

Irland hat gewählt

Irland hat gewählt und die Regierung für ihre Finanz- und Sozialpolitik abgestraft. Der, von vielen linken Kräfte herbeigesehnte, radikale Wechsel blieb selbstverständlich aus, doch die irische Linkspartei Sinn Fein kommt in der Republik auf beachtliche 10%. Interessant, denn war Sinn Fein (ehemals politischer Arm der IRA) doch bisher nur in Nordirland politisch relevant. Ein beachtlicher und notwendiger Erfolg mit der Aussicht nun in der Opposition zu beweisen, dass die Partei eine sinnvolle politische Alternative bieten kann und vielleicht bald auch in der Republik ähnlich erfolgreich sein wird wie im Norden.
Zwei interessante Artikel aus der jungen Welt: „Neues Personal“ und eine sehr interessante Einschätzung von Uschi Grandel über „Die Rückeroberung Irlands“ durch Sinn Fein.